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Risk Review 2026: schwächeres Wachstum, doch die Schweiz bleibt sehr widerstandsfähig

Zürich - Der globale Wirtschaftsausblick für 2026 deutet laut der aktuellen Risk Review auf ein leicht schwächeres Wachstum hin. Nach 2,8 Prozent im Jahr 2025 wird für 2026 ein Wachstum von 2,6 Prozent erwartet, während Europa insgesamt stabil bleibt. Die Schweiz hat ihre Top-Bewertung beibehalten und könnte von starken globalen Handelspartnern profitieren.

Geopolitische Spannungen, die Fragmentierung des Handels und nachlassendes Wachstum prägen im Jahr 2026 das globale wirtschaftliche Umfeld. Die Weltwirtschaft hat sich im letzten Jahr stabilisiert und ist um 2,8 Prozent gewachsen, doch für 2026 wird eine Abschwächung prognostiziert. Für 2026 wird mit einem 0,2 Prozent niedrigeren Wachstum von 2,6 Prozent gerechnet. Die Risk Review für Februar 2026 zeigt ein hohes Mass an Unsicherheit und teils extreme Risiken auf. Makroökonomisch besteht die Gefahr weiterer Handelsbarrieren und Konflikte. Soziale und politische Risiken liegen darin, dass vielerorts die Bevölkerung unter den Folgen der Entwicklungen leidet.

In diesem Umfeld haben internationale Unternehmen 2025 noch von Effekten profitiert, die im aktuellen Jahr ausbleiben dürften: etwa von den massiven geldpolitischen Lockerungen und der starken US-Importnachfrage vor dem Inkrafttreten neuer Zölle. Gerade letzteres wird China 2026 fehlen. Zudem steht in den USA noch weitgehend die Umlage der Zollkosten auf die Preise aus. Die Unternehmen spüren bereits die Konsequenzen: Die Insolvenzen in den USA haben im zweiten Halbjahr 2025 um 15 Prozent zugenommen.

 

Wirtschaftsausblick für die Schweiz: A1-Risikobewertung bestätigt Position einer der sichersten Volkswirtschaften der Welt

Die Schweiz trotzt den Schwierigkeiten erfolgreich, was sich in der Bestätigung der Länderbewertung von A1 niederschlägt. Damit bleibt die Schweiz neben Dänemark, Luxemburg und Norwegen Teil der Ländergruppe mit den weltweit geringsten Risiken. In der sektoralen Betrachtung übertrifft sie ihre europäischen Nachbarstaaten, selbst wenn für Automobil und Metall ein sehr hohes und für Chemie und Bauwesen ein hohes Risiko konstatiert wird.

Als stark exportorientierte Volkswirtschaft bleibt die Schweiz besonders anfällig für Entwicklungen der globalen Nachfragesituation in der Industrie und des internationalen Handels generell. Die Wachstumsprognose für die Schweiz liegt bei 1,0 Prozent

Historisch betrachtet ist das kein besonders gutes Ergebnis, es steht jedoch im Einklang mit den regionalen Durchschnittswerten.

schreibt Markus Kuger, Chefvolkswirt für die DACH-Region. 

Deutschland wie auch die Eurozone insgesamt werden voraussichtlich um 1,0 Prozent wachsen und somit Stabilität zeigen. Besonders positiv entwickeln sich zwei Länder: Polen stieg in der Risikobewertung von A4 auf A3 auf und Schweden von A3 auf A2.

 

Deutschlands massives Investitionsprogramm könnte Chancen für die Schweizer Industrie schaffen

Nach wachstumsschwachen Jahren verbessert sich auch die Lage in Deutschland – der grössten Volkswirtschaft der Eurozone und dem wichtigsten Handelspartner der Schweiz. 

Deutschlands Handelspartner werden in den kommenden Jahren vom immensen inländischen fiskalischen Stimuluspaket profitieren.

betont Markus Kuger.

Im Bundeshaushalt sind für 2026 öffentliche Gesamtinvestitionen von 127 Milliarden Euro eingeplant. Das Gesamtpaket kann laut Analyse aktuell das Wachstum um 0,7 Prozent steigern, wobei das Programm zur Belebung der Wirtschaft auf zwölf Jahre ausgelegt ist. Zudem zeigt die faktische Aufhebung der Schuldenbremse für Militärausgaben Wirkung: 2026 weist der Verteidigungshaushalt mit 108 Milliarden Euro 22 Milliarden mehr als im Vorjahr auf. Ohne europäische Produzenten werden diese Auftragsvolumen laut Kuger nicht zu stemmen sein. Für das Hightech-Land Schweiz ergeben sich daraus grosse Chancen.

 

Chinas Wachstum verlangsamt sich, während Indien zu einem schnell wachsenden Exportmarkt für die Schweiz wird

Die Entwicklung in China – dem drittwichtigsten Markt für Schweizer Güter – ist der Hauptgrund für eine Abschwächung des globalen Wachstums. Die chinesische Wirtschaft leidet unter anderem an einer geringeren Binnennachfrage und Investitionsdynamik, was ihr Wachstum 2026 voraussichtlich um 0,6 Prozent auf 4,4 Prozent sinken lässt. Bereits 2024 sind die Schweizer Exporte nach China laut Markus Kuger um 8 Prozent zurückgegangen.

Im gleichen Zeitraum haben die Exporte nach Indien um 32 Prozent zugelegt. Das Land ist mittlerweile auf Platz 8 der wichtigsten Schweizer Exportmärkte. Die Perspektiven trüben sich durch das Absinken des indischen Wachstums auf 6,1 Prozent leicht ein, doch die Wirtschaft wächst noch immer schneller als in China. Zudem dürfte das 2024 zwischen der Schweiz und Indien verabschiedete Freihandelsabkommen das Exportwachstum langfristig weiter stützen.

 

Das globale Wachstum verliert an Dynamik, doch für international tätige Unternehmen bleiben Chancen bestehen

Die Risiko-Analyse zeigt ein verlangsamtes Wachstum, eine zunehmende Komplexität und auch Polarisierung der Weltwirtschaft. Doch grundlegend bleibt die Stimmung positiv. Etwa treibt die Dynamik im Technologiebereich – insbesondere im Kontext von Künstlicher Intelligenz – momentan Investitionen und Konsum in den USA an. Gleichzeitig lässt diese auch auf bessere Marktdaten aus China hoffen. Für Unternehmen ist es relevanter denn je, Chancen und Risiken in den verschiedenen Regionen und Sektoren aufmerksam zu verfolgen.

 

Um den globalen Ausblick zu erkunden und die Chancen und Risiken zu identifizieren, die Ihr Unternehmen im Jahr 2026 beeinflussen könnten:

Laden Sie den vollständigen Bericht herunter (auf Englisch)

Für einen umfassenderen Überblick über die globalen Risikodynamiken und den Zugang zu Risikobewertungen für 160 Länder und 13 Branchen weltweit:

Laden Sie unser Country and Sector Risks Handbook 2026 herunter (auf Englisch)

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