#Wirtschaftsstudien

Unternehmensinsolvenzen: 2026 weltweit voraussichtlich +2,8 %

Im Jahr 2026 werden die Unternehmensinsolvenzen voraussichtlich leicht weiter zunehmen, vor dem Hintergrund einer allmählichen Entspannung der Finanzierungskosten. Hinter dieser scheinbaren Stabilisierung verbirgt sich jedoch eine nach wie vor hohe Fragilität, insbesondere in den Bereichen Bau, Chemie und Textil. Eine Erhöhung der Kreditzinsen um nur 25 Basispunkte könnte dieses Gleichgewicht bereits stören. Für Schweizer Unternehmen ist diese globale Entwicklung besonders relevant. Die Schweiz ist stark exportabhängig, und die finanzielle Stabilität ausländischer Kunden und Geschäftspartner wirkt sich direkt auf inländische Unternehmen aus.

Schweizer Wirtschaft 2026: Wachstum, Risiken und Exportabhängigkeit

Die Schweizer Wirtschaft dürfte 2026 nur moderat wachsen, sowohl auf nationaler Ebene als auch in der angrenzenden Eurozone. Der leichte Aufschwung in Deutschland ist vor allem auf einmalige Effekte zurückzuführen und wird voraussichtlich nicht zu einer höheren Nachfrage nach Schweizer Exporten führen. Internationale Handelsbarrieren belasten exportorientierte Branchen, und die politische Unsicherheit im Ausland bleibt hoch.

Die SNB hat ihren Leitzins kürzlich von 1,75 % Mitte 2023 auf 0,0 % gesenkt, was Unternehmen beim Refinanzieren von Krediten aus den Jahren 2022 bis 2024 unterstützt. Gleichzeitig begrenzt das niedrige Inflationsniveau die Möglichkeit, Preise anzuheben, was die Umsätze belastet – besonders in den Bereichen Elektronik und Metall.

Insgesamt dürften die Insolvenzen in der Schweiz weiterhin steigen, allerdings langsamer als 2025. Globale Trends bleiben daher ein wichtiger Indikator für Schweizer Unternehmen, deren Geschäft stark von ausländischen Kunden und internationalen Lieferketten abhängt.

 

Wichtige globale Kennzahlen für 2026

  • +2,8 %: erwarteter Anstieg der Insolvenzen weltweit
  • +2 %: geschätzter Anstieg in Frankreich und Grossbritannien
  • +4 %: Zunahme in den USA, insbesondere in zollgefährdeten Sektoren
  • +1 %: Prognose für Deutschland, geprägt durch Spannungen im Gewerbeimmobilienbereich
  • –2 %: Rückgang in Italien, bedingt durch die sinkende Anzahl aktiver Unternehmen
  • –3 %: Rückgang in Spanien, gestützt durch eine verbesserte makroökonomische Dynamik
  • 25 Basispunkte: kritischer Schwellenwert, der globale Insolvenzen wieder auf +4–5 % treiben könnte

 

Eine fragile globale Stabilisierung

Nach drei Jahren kontinuierlicher Zunahmen dürfte 2026 eine Phase der Entspannung, jedoch keine echte Verbesserung bringen. Insolvenzen werden weiterhin steigen, allerdings langsamer, unterstützt durch fallende Zinsen und entspanntere Kreditbedingungen.

Diese Stabilisierung bleibt jedoch fragil: die Verschuldung ist nach wie vor hoch, die Margen eng, und besonders exponierte Sektoren zeigen weiterhin Spannungen.

 

Europa: Kreditkosten als entscheidender Faktor

Deutschland (+1 %), Frankreich und Grossbritannien (+2 %) dürften auf hohem Niveau verharren, während Spanien (–3 %) von einer stärkeren makroökonomischen Dynamik profitiert. Italien (–2 %) profitiert vor allem von statistischen Effekten im Zusammenhang mit der Reform seiner Insolvenzverfahren. In den Niederlanden (+4 %) spiegelt der Anstieg eine allmähliche Rückkehr zu Vor-Pandemie-Niveaus wider.

Der Kontinent bleibt äußerst sensibel gegenüber den Kreditkosten, die die Insolvenzentwicklung 2026 maßgeblich bestimmen werden.

 

Nordamerika und Asien-Pazifik: unterschiedliche Entwicklungen

In den USA (+4 %) werden Unternehmen weiterhin vom wirtschaftlichen Abschwung und steigenden Zöllen betroffen sein, während Kanada (–5 %) nach einem langen Wachstumszyklus einen deutlichen Rückgang erleben dürfte. In Japan (+7 %) belasten hohe Zinssätze weiterhin besonders anfällige Sektoren, während Australien (+0,5 %) nach einer starken Post-Pandemie-Normalisierung ein Plateau erreicht.

 

Zinssätze: der wichtigste Risikofaktor für 2026

Die erwartete Stabilisierung hängt von einem stetigen Rückgang der Zinssätze ab. Unternehmen sind nach mehreren Jahren hoher Verschuldung besonders empfindlich gegenüber Kreditkosten. Eine Erhöhung um 25 Basispunkte könnte die globalen Insolvenzen wieder auf +4–5 % treiben, was vor allem europäische Volkswirtschaften und Sektoren mit geringer Schuldentragfähigkeit wie Bau, Chemie und Textil trifft.

Diese erhöhte Sensibilität zeigt, dass im Jahr 2026 die Entwicklung der Insolvenzen weniger von der wirtschaftlichen Wachstumsdynamik als vom Tempo der geldpolitischen Anpassung abhängen wird. Die Finanzierungskosten werden zum entscheidenden Faktor des Jahres.

 

Laden Sie die vollständige Studie herunter (nur in Englisch verfügbar).

Schützen Sie Ihr Unternehmen vor dem wachsenden Risiko von Kundenausfällen – wir rufen Sie gerne zurück.

Autoren und Experten

Zu den ausführlichen Länderrisikobewertungen

Switzerland

 

A1 A1