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Factoring-Alternativen: Diese Möglichkeiten gibt es

Factoring kann Unternehmen schnell Liquidität verschaffen und das Debitorenmanagement entlasten – ist aber nicht für jeden Bedarf die passende Lösung. Dieser Beitrag zeigt die wichtigsten Alternativen im Vergleich.

Wie funktioniert Factoring?

Beim Factoring verkauft ein Unternehmen offene Forderungen an Dritte und erhält im Gegenzug einen Teil des Rechnungsbetrags sofort überwiesen. Der Anbieter übernimmt die Forderung und zahlt den restlichen Betrag – abzüglich der Gebühren für das Factoring – aus, sobald die gesamte Rechnung beglichen ist.

Factoring läuft in der Regel nach einem klaren Schema in fünf Schritten ab:

  1. Das Unternehmen liefert eine Ware oder erbringt eine Dienstleistung.
  2. Es stellt dem Kunden oder der Kundin eine Rechnung mit einem vereinbarten Zahlungsziel.
  3. Die offene Forderung wird an den Factoring-Anbieter verkauft.
  4. Der Anbieter zahlt den vereinbarten Anteil des Rechnungsbetrags sofort an das Unternehmen aus.
  5. Sobald der Kunde oder die Kundin die Rechnung beglichen hat, erhält das Unternehmen den Restbetrag abzüglich der Gebühren.

Wann stösst Factoring an Grenzen?

Für Unternehmen, die ihre Forderungen abtreten, erfüllt Factoring verschiedene Zwecke. Zum einen erhalten sie kurzfristige Liquidität, zum anderen können sie das Risiko eines Forderungsausfalls teilweise oder vollständig auf den Factoring-Anbieter übertragen sowie die Aufgaben im Debitorenmanagement, Mahnwesen und Inkasso auslagern.

Aber Factoring hat auch gewichtige Nachteile:

  • Je nach Anbieter hohe Gebühren und weitere Kosten für die Übernahme der Forderung.
  • Factoring-Anbieter akzeptieren nicht alle Forderungen und schliessen die Übernahme von offenen Rechnungen in gewissen Branchen komplett aus.
  • Oft werden Mindestumsätze oder ein bestimmtes Forderungsvolumen vorausgesetzt.

Entsprechend eignet sich Factoring nicht für jedes Unternehmen in jedem Fall. Je nach Zielsetzung können Alternativen wie eine Warenkreditversicherung mehr Flexibilität bieten und die geeignetere Lösung sein. Das kann beispielsweise bei internationalen Debitoren, sehr hohen oder schwer bewertbaren Forderungen, wenig standardisierten Rechnungen dann der Fall sein. Oder wenn kein Anbieter ein ausreichend flexibles Factoringmodell anbietet.

Welche Alternativen zu Factoring gibt es?

Von der Warenkreditversicherung bis zum Akkreditiv – es gibt zahlreiche Alternativen zu Factoring. Welche im Einzelfall sinnvoll sind, hängt davon ab, für welchen Zweck ein Unternehmen das Factoring nutzt.

Warenkreditversicherung

Eine Warenkreditversicherung schützt Unternehmen vor finanziellen Verlusten, wenn Kunden offene Rechnungen dauerhaft nicht bezahlen können. Je nach Lösung umfasst sie neben der Entschädigung versicherter Forderungsausfälle auch Bonitätsprüfungen, die Festlegung und Überwachung von Kreditlimiten, Frühwarninformationen sowie Inkassoleistungen.

Sie eignet sich vornehmlich für Unternehmen, die hohe Forderungen oder einzelne Grosskunden absichern möchten, internationale Debitoren haben oder ihre Forderungen nicht verkaufen wollen. Im Unterschied zum Factoring steht nicht die Vorfinanzierung offener Rechnungen, sondern der Schutz vor einem endgültigen finanziellen Verlust im Vordergrund.

Zahlungsausfälle vermeiden – die Warenkreditversicherung von Coface

Betriebsmittel- oder Kontokorrentkredit

Ein Betriebsmittel- oder Kontokorrentkredit stellt Unternehmen kurzfristige Liquidität zur Verfügung, ohne dass offene Forderungen verkauft werden müssen. Damit lassen sich beispielsweise längere Zahlungsziele oder vorübergehende Liquiditätsengpässe überbrücken.

Diese Lösung ist insbesondere für KMU geeignet, die ihr Debitorenmanagement und ihre Kundenbeziehungen selbst kontrollieren möchten und über eine ausreichende Kreditwürdigkeit verfügen. Im Gegensatz zu Factoring schützt ein Kredit jedoch nicht vor einem endgültigen Forderungsausfall.

Anzahlungen und Meilensteinzahlungen

Bei Anzahlungen oder Meilensteinzahlungen wird vereinbart, dass der Kunde einen Teil des Auftrags bereits vor Beginn oder nach definierten Projektphasen bezahlt.

Dieses Modell eignet sich für projektorientierte Unternehmen, die hohe Vorleistungen erbringen oder individuelle und langfristige Aufträge mit hohen Rechnungsbeträgen haben.

So wird die Liquidität direkt über die Zahlungsbedingungen verbessert, ohne zusätzliche Factoring-Gebühren. Voraussetzung ist allerdings, dass sich entsprechende Konditionen gegenüber dem Kunden durchsetzen lassen. Alternativ können Unternehmen etwa günstigere Konditionen für eine Vorauszahlung anbieten.

Bankgarantie oder Akkreditiv

Bankgarantien und Akkreditive dienen vor allem der Absicherung einzelner Transaktionen. Bei beiden Lösungen übernimmt eine Bank unter definierten Bedingungen eine Zahlungsverpflichtung beziehungsweise Zahlungssicherung.

Solche Instrumente eignen sich zur Absicherung einzelner hoher Forderungen und zur Begrenzung von länder- und kundenspezifischen Risiken, wenn Unternehmen mit neuen internationalen Geschäftspartnern arbeiten.

Im Gegensatz zu Factoring sind Bankgarantien und Akkreditive transaktionsbezogen. Ein laufendes Monitoring des gesamten Debitorenportfolios oder ein umfassendes Forderungsmanagement ist damit in der Regel nicht verbunden.

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Häufige Fragen zu Factoring-Alternativen

Was ist die beste Alternative zu Factoring für Unternehmen, die Debitorenverluste absichern möchten?

Für Unternehmen, die sich primär gegen Forderungsausfälle absichern wollen, ist die Warenkreditversicherung eine geeignete Alternative. Sie kann neben der Absicherung finanzieller Verluste auch Bonitätsprüfungen, laufendes Monitoring und Inkasso umfassen.

Wann ist eine Warenkreditversicherung sinnvoller als Factoring?

Eine Warenkreditversicherung eignet sich besonders für Unternehmen, für die der Schutz vor Zahlungsausfällen wichtiger ist als die schnelle Auszahlung offener Rechnungen. Das gilt beispielsweise bei hohen Forderungen gegenüber einzelnen Grosskunden oder internationalen Debitoren.

Auch Unternehmen, die ihre Forderungen und Kundenbeziehungen selbst verwalten möchten oder für bestimmte Forderungen kein geeignetes Factoringangebot finden, können von einer Warenkreditversicherung profitieren. Zusätzlich liefern Bonitätsinformationen und laufende Risikoüberwachung eine Grundlage für fundierte Kreditentscheidungen.

Wie kann ich die Bonität meiner Kunden überwachen und Kreditlimiten festlegen?

Unternehmen sollten Bonitätsauskünfte, Jahresabschlüsse, Zahlungsverhalten und relevante Branchenrisiken regelmässig prüfen. Dafür können beispielsweise Business-Information-Lösungen von Coface genutzt werden.

Auf Basis dieser Informationen lässt sich für jeden Kunden ein maximales Kreditlimit definieren. Dabei sollten unter anderem Umsatz, Bonität und die Konzentration auf einzelne Debitoren berücksichtigt werden. Verändern sich das Zahlungsverhalten oder die Marktbedingungen, sollten die Limiten angepasst werden. Frühwarnsysteme können zusätzlich auf Bonitätsverschlechterungen hinweisen. Kreditentscheidungen und Freigaben sollten intern nachvollziehbar dokumentiert werden.