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13.03.2018
Länder- und Branchenbewertungen

Die regionalen wirtschaftlichen Ambitionen Chinas und Japans zeigen auffällige Parallelen

Coface's focus

China und Japan werden zu Konkurrenten für Handel und Investitionen in der asiatisch-pazifischen Region. Der Coface-Bericht mit dem Titel "Kampf der Titanen: Chinas Aufstieg schürt den Wettbewerb mit Japans Interessen in Asien" zeigt, dass China zwar seinen Investitionsvorsprung behält, China aber weiterhin der "König des Handels" bleibt. Dennoch könnten die wachsenden chinesischen Investitionen die japanischen Unternehmensinteressen in der Region gefährden.

 

(Publikation nur in Englisch erhältlich)

 

Handel und Investitionen: Wettbewerb zwischen Japan und China wird härter

Japan und China sind nicht nur große Importeure von Rohstoffen aus asiatischen Ländern. Sie beziehen auch mechanische und elektronische Teile, die sie in höherwertige Produkte für den eigenen Export verbauen. Beide Länder sind wichtige Glieder in den internationalen Wertschöpfungsketten, besonders in den Elektroniksektoren. So sind die größten drei Exportbereiche der beiden Länder gleich: elektronische Produkte, Stahl und Maschinen und mechanische Geräte. China hat sich sprunghaft im globalen Produktions- und Wertschöpfungsprozess nach oben gearbeitet und wird diese Entwicklung fortsetzen. Da dich die Produktions- und Portfoliostrukturen der beiden Länder immer mehr annähern, stiegt auch der Wettbewerb.

Chinas Megaprojekt “Neue Seidenstraße” (Belt and Road Initiative) verspricht viele Milliarden Dollar Investitionen in Infrastruktur und andere Bereich. Das Projekt nährt daher große Erwartungen bei asiatischen Politikern. Allerdings gingen 2017 die Direktinvestitionen aus China in andere Länder um 29,4 Prozent auf 120 Milliarden US-Dollar zurück. Das ist der erste Rückgang bei den ausländischen Direktinvestitionen Chinas seit 2009. Umgekehrt stiegen die Investitionen aus dem Ausland in China um 7,9 Prozent auf 135 Milliarden US-Dollar. Damit wurde China 2017 wieder zum Netto-Empfänger bei den FDI.

Etwas überschattet von der Rhetorik um das Seidenstraßenprojekt spielen japanische Unternehmen weiter eine bedeutende Rolle in Asien. Japan hat seine Investitionen in Auslandsmärkte forciert und China wieder überholt. Coface erwartet, dass Japan auf absehbare Zeit ein Treiber für die wirtschaftliche Entwicklung der Region bleiben wird. So hat Japan als entwickelte und wohlhabende Volkswirtschaft schon viel früher als China begonnen, im Ausland zu investieren und sich einen entsprechenden Vorsprung in der Region erarbeitet. Hinzu kommt, dass japanische Unternehmen aufgrund der hohen Kosten ihre Produktion in südostasiatische Länder verlagert und so an Einfluss gewonnen haben. 

Mögliche Bedrohungen für japanische Unternehmensinteressen

Trotz diese Vorsprungs Japans bei Investitionen sieht Coface deutliche Parallelen zwischen den beiden Ländern an der Investitionsfront, was für die japanischen Unternehmen durchaus Probleme eröffnen könnte. Denn die Chinesen investieren mittlerweile nicht mehr nur in Bodenschätze und Rohstoffe, sondern zunehmend auch in Produktionssparten und in den Dienstleistungssektor. Und damit in Sektoren, in denen Japan traditionell stark engagiert ist. So fiel der Bergbau auf der Skala der chinesischen Investitionen von 2006 bis 2016 vom vierten auf den dreizehnten Platz zurück, während die Fertigungsbranchen von der fünften an die zweite Stelle aufrückten. Gleichzeitig sank der Anteil der Produktionsbranchen an den Auslandsdirektinvestitionen Japans von 69 Prozent auf 35 Prozent. Der Grund dafür liegt in der Fokussierung auf hochwertige Dienstleistungen und den Informations- und Kommunikationssektor. Auch damit steht Japan in Konkurrenz zu den Interessen Chinas in der Region.

Der Wettbewerb mit zwei großen Treibern sorgt für Dynamik und könnte in der Region Unternehmen zusätzliche Chancen eröffnen. Zugleich sorgt die Entwicklung für Unsicherheit, besonders bei den japanischen Unternehmen, die das Tempo nicht mitgehen können.

 

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